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Zeppelinpost

Die Zeppelinpost zählt zu den beliebtesten Briefmarken-Sammelgebieten in Deutschland. Sie gehört mit zu den Wegbereitern der modernen Flugpost.

Zeppelinpost

Der Zeppelin und sein Erfinder

Zeppelinpost bezeichnet in der Philatelie Post, meist Briefe und Postkarten, die mit einem Luftschiff befördert wurden. Wobei mit Zeppelinen im engeren Sinne nur die Luftschiffe des Erfinders Ferdinand Graf von Zeppelin gemeint sind. Im Laufe der Zeit hat sich jedoch das Wort Zeppelin als Synonym für Luftschiff etabliert.

LZ 127 Graf Zeppelin über Berlin (Quelle: Bundesarchiv, Bild 102-00959 / CC-BY-SA 3.0)


Die Entwicklung der Zeppelinpost

In den folgenden Abschnitten haben wir wichtige Wegpunkte der Zeppelinpost für Sie zusammengestellt. 

Vom Abwurfbeutel zum Wirtschaftsfaktor

Zeppelin Pioniere
Der Zeppelin LZ 3 bei einem Flug über dem Bodensee 1907

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, genauer im Jahr 1907, wurden die ersten Karten von den Zeppelinmodellen LZ 3 und LZ 4 abgeworfen. Diese privaten Abwurfkarten erhielten noch keine besonderen Stempel als Flugbestätigungsnachweis. Ein Jahr später startete der LZ 6, der erstmals zur kommerziellen Beförderung von Fluggästen eingesetzt wurde. Ab 1911 wurden Sendungen mit luftschiffeigenen Stempeln wie „An Bord des Zeppelins …“ versehen. Neben den eigentlichen Poststempeln erhielt die Zeppelinpost einen eigenen Flugbestätigungsstempel.

Exotische Zuleitungspost

Exotische Zuleitungspost
Einschreibenkarte aus Eritrea zur Italienfahrt 1933

Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 wurden vorerst keine Zeppeline mehr zu zivilen Diensten eingesetzt, jedoch vielfach militärisch für Aufklärungsfahrten, Materialtransporte oder auch Bombenabwürfe genutzt. Insgesamt gingen etwa einhundert Luftschiffe im Krieg verloren.
Nach Kriegsende wurden die zivile Zeppelinluftfahrt und somit auch die Postbeförderung wieder aufgenommen. Allerdings mussten die ersten gebauten Modelle LZ 120 „Bodensee“ und LZ 126 als Reparationszahlungen an Italien und die USA abgegeben werden.
Die klassische Ära der Zeppelinpost begann dann, nach stetiger Weiterentwicklung der Luftschiff-Industrie, im Jahr 1928 mit Einsatz des LZ 127 „Graf Zeppelin“. Eine Fahrt mit dem Luftschiff war zu damaliger Zeit kostspielig, vergleichbar mit einem heutigen 1. Klasse Flugticket. So verschickten viele Zeppelinbegeisterte zumindest ihre Briefe und Postkarten via Zeppelin, wenn sie schon selbst nicht mitfahren konnten. Die Zeppeline LZ 127 „Graf Zeppelin“ und LZ 129 „Hindenburg“ beförderten bis 1937 viele Tonnen Post, vor allem nach Nord- und Südamerika. Auch aus dem Ausland kamen zahlreiche Sendungen erst nach Deutschland, um von dort aus mit dem Zeppelin auf Reisen geschickt zu werden. Diese sogenannte Zuleitungspost kam aus ganz Europa, ebenso wie aus exotischen Gebieten wie Niederländisch-Indien, Eritrea oder Senegal und war wesentlicher Bestandteil der Zeppelin-Finanzierung. Auf das Gewicht umgerechnet war die Postbeförderung noch wesentlich attraktiver als die Personenbeförderung.

Begehrte Stempel und Briefmarken

Polarfahrt 1931, Etappe bis Eisbrecher Malyguin mit komplettem Satz Polarfahrt Sondermarken
Polarfahrt 1931, Etappe bis Eisbrecher Malyguin mit komplettem Satz Polarfahrt Sondermarken und rotem Sonderstempel

Zu einigen Fahrten des LZ 127, wie der berühmten „Südamerikafahrt“ 1930, der „Polarfahrt“ 1931 oder der „Chicagofahrt“ zur Weltausstellung 1933 wurden sogar eigens für diese Fahrten gedachte Briefmarken verausgabt. Nach und nach wurden auch die Zeppelin-Flugstempel graphisch immer aufwendiger gestaltet. Es gab Stempel mit Pyramiden zur Orientfahrt, Windmühlen zur Hollandfahrt oder Weihnachtsbäumen zu Fahrten im Dezember. Es sind oftmals diese Stempel, die eine Karte für Sammler reizvoll machen. Interessant sind vor allem auch Briefe und Postkarten von Passagieren oder Crewmitgliedern, die vom bordeigenen Postamt mit einem speziellen Bordstempel abgeschlagen wurden. Kurze Berichte über die Fahrt oder Unterschriften berühmter Persönlichkeiten machen sie besonders spannend.

Den Flammen entrissen...

Crashmail LZ 129 Hindenburg
1. Nordamerikafahrt 1937, Karte aus dem verunglückten LZ 129 Hindenburg mit Bestätigung des Postamtes

Zu trauriger Berühmtheit gelangten Sendungen, die sich am 06. Mai 1937 an Bord des Luftschiffs LZ 129 „Hindenburg“ befanden. Von über 17.000 beförderten Sendungen konnten nach dem Absturz in Lakehurst / USA, nur knapp 400 Stücke aus den Flammen gerettet werden. Diese „Crashmail“ gehört zu den begehrtesten Belegen der Zeppelin-Philatelie.
Die Unglücksfahrt der Hindenburg und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs läuteten das Ende der Zeppelinära ein. Im August 1939 wurde die letzte Zeppelinpost in Deutschland befördert.

Von Aktie bis Zinnbecher - Hauptsache mit Zeppelin

Es gibt auch zahlreiche Sammler für Zeppelinmemorabilien wie Medaillen, Fotographien, Bildkarten, Aktien oder sogar Speise- und Weinkarten von Bord der Luftschiffe. Auch Aschenbecher, Salzstreuer und sogar Stoff der Außenhülle eines Zeppelins erfreuen sich großer Beliebtheit. Wichtig ist nur, dass die Gegenstände in Verbindung mit dem Zeppelin stehen.


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