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Penny Black – Die erste Briefmarke der Welt

Gleich acht Exemplare der weltweit ersten Briefmarke aus Großbritannien versteigert das Auktionshaus Felzmann während seiner Jubiläums-Auktion im Juli.

Schwarz auf weiß, ungezähnt und das Abbild von Königin Viktoria – Sammler wissen sofort, wovon die Rede ist: Die One Penny Black, die erste Briefmarke der Welt, die am 1. Mai 1840 in Großbritannien herausgegeben wurde. „Die damals einen Penny teure Marke ist nicht die seltenste und teuerste Marke, jedoch bei Sammlern sehr beliebt“, erklärt Peter Such, Leiter der Philatelie beim Auktionshaus Felzmann. Schon für 100 bis 200 Euro lässt sich die Marke ersteigern. „Gestempelt auf Brief mit dem Datum vom 6. Mai 1840, dem ersten Gültigkeitstag, ist natürlich eine Rarität und kostet mehrere Tausend Euro“, so der Briefmarken-Experte. Was bei dieser Marke auffällt: Im Gegensatz zu anderen Briefmarken, ist dort nicht das Land, in dem sie herausgegeben wurde, verzeichnet.

Los #4719 aus der 166. Auktion des Auktionshauses Ulrich Felzmann GmbH & Co. KG. One Penny Black, die erste Briefmarke weltweit überhaupt, Platte 2, farbfrisch und ringsum gleichmäßig gut gerandet mit klarem schwarzem Malteserkreuz in KabinetterhaltungBild vergrößern

Da man den Stempel auf der Penny Black oftmals nicht erkannte, wurde sie ein Jahr später durch die Penny Red ausgetauscht. So wurde die mehrfache Verwendung einer Marke vermieden.

Doch wer war dafür verantwortlich, dass wir uns auch heute noch freuen, wenn eine aufgeklebte Briefmarke unsere Briefe ziert? Rowland Hill, englischer Lehrer und späterer Generalpostmeister, heißt der Erfinder des eckigen Postwertzeichens. 1837 beantragte er eine Post-Reform und wollte den Ablauf bei der Post vereinfachen und den Briefversand auch für weniger gut betuchte Menschen öffnen – das konnte sich damals nicht jeder leisten. Denn vor der Einführung der Briefmarke musste jeder Brief zur Post gebracht und dort aufgegeben werden. Eine Sendung beim Spazierengehen mal eben in einen Briefkasten werfen? Das ging nicht. Den Stempel der Post gab es natürlich nicht auf Vorrat. Auch musste das Porto vor Einführung der Briefmarke der Empfänger und nicht der Absender zahlen. Einige Briefe konnten aufgrund mangelnden Geldes gar nicht angenommen werden. Die Reform, durch die das Porto nach Gewicht bestimmt wurde, ermöglichte es auch, weniger wohlhabenden Menschen Briefe zu versenden. So kurbelte Hill das Postgeschehen deutlich an.

Neben der One Penny Black mit dem Porträt von Königin Victoria ist auch eine weitere Marke zu zwei Pence (Two Pence Blue) herausgegeben worden. Für das Motiv wurden mehrere tausend Entwürfe eingereicht, doch Hill war unzufrieden. Somit entschied er sich für das Bild von Victoria, das ebenfalls auf einer Gedenkmünze verwendet wurde. Diese beiden Briefmarken bildeten das Standardbriefporto. Etliche Länder folgten einige Jahre später dem Beispiel der Post-Reform in Großbritannien. Jedoch wurde die Penny Black bereits nach einem Jahr durch die Penny Red ersetzt, da man auf der schwarzen Farbe den Poststempel schlecht erkennen konnte. Dies nutzten viele Menschen aus und verwendeten die Briefmarke mehrfach.

One Penny Black, nicht entwertet, auf als Antwort vorbereiteter Vordruck des "Irish Railway Committee" in Dublin, besonders selten, ungebrauchtes ExemplarBild vergrößern

Dieser Rückumschlag wurde nie zurückgesendet, daher ist der Brief auch nicht gestempelt. Sie finden dieses Stück im Auktionskatalog unter Los 4716.

Das Hobby, Briefmarken zu sammeln, entwickelte sich jedoch erst mit zunehmender Verwendung. Zu Beginn wurden die klebenden Papierstücke nur für den Alltag genutzt. Auch als Geldanlage wurden die Marken erst viel später angesehen. Um 1900 waren Briefe das wichtigste Kommunikationsmittel und die Leidenschaft des Sammelns auf dem Höhepunkt.

Gleich acht Exemplare der Penny Black können während der Jubiläumsauktion vom 2. bis 6. Juli 2019 beim Auktionshaus Felzmann ersteigert werden. „Vor allem Los 4716 (Ausruf: 1.000 Euro) sticht heraus. Die Marke klebt auf einem Antwort-Brief, welcher an das ‚Irish Railway Committee‘ in Dublin zurückgesendet werden sollte, jedoch ist er unbenutzt“, erklärt Philatelist Peter Such. Mit dem Schreiben bat das Komitee um Unterstützung durch den einflussreichen Price Blackwood, 4. Lord Dufferin and Claneboye (Vater des späteren Generalgouverneurs von Canada und Vizekönigs von Indien). Datiert ist der Brief auf den 28. Dezember 1840, die breiten Ränder sind gleichmäßig und erstklassig erhalten. Dies bestätigt das zugehörige ausführliche Attest vom Bund Philatelistischer Prüfer.

Entdecken Sie unter Los 4714 bis 4721 alle acht Penny Black-Marken in unserem Online-Katalog. Sichern Sie sich ein Exemplar der ersten Briefmarke der Welt – ein Muss für jeden Briefmarken-Sammler!

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