Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Ossietzky-Karte geht nach Oldenburg

Ossietzky-Karte geht nach Oldenburg

Seit mehr als 15 Jahren wurden keine Belege eines der bekanntesten Häftlinge des Nationalsozialismus, Carl von Ossietzky, mehr gefunden. Die meisten der bisher bekannten Stücke werden in der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg aufbewahrt. „Wir sind davon ausgegangen, dass es keine Schriftstücke mehr gibt. Umso begeisterter bin ich, dass zwei weitere Belege aufgetaucht sind“, freut sich Alexandra Otten, Fachreferentin für Geschichte und Archäologie der Unibibliothek Oldenburg. Beide Karten schrieb der Friedensnobelpreisträger an seine Ehefrau Maud, sie wurden im Rahmen der Frühlingsauktion des Auktionshauses Felzmann versteigert. Zusammengetragen hat diese Sammlung Autor und Philatelist Claus Geissler. In Form von Einzellosen wurde die Sammlung mit über 600 Belegen, die bereits mit Groß-Gold prämiert wurde, versteigert. Passend dazu hat das Auktionshaus Felzmann mit Herrn Geissler ein posthistorisches Buch mit dem Titel „Das System des Terrors 1933-1945“ herausgebracht.

Karte ist Beleg für Verlegungsdatum von Ossietzky nach Berlin
Eine der beiden Karten (Los 3500) konnte sich die Uni Oldenburg mit einem Zuschlag von 3.800 Euro sichern. Los 3134, eine Postkarte, die Ossietzky aus dem KZ Esterwegen geschrieben hatte, wechselte für 4.000 Euro den Besitzer. „Wir sind sehr froh, dass wir dieses Los ersteigern konnten. So haben wir nun einen Beleg dafür, wann genau Ossietzky ins Krankenhaus nach Berlin verlegt wurde.“ Die frühesten Belege der Uni stammen vom August 1936, die Karte ist allerdings mit dem 29. Mai 1936 datiert. „Nun wissen wir, wann genau seine Frau von seiner Verlegung erfahren hat“, so Otten. Ossitzky wurde damals ohne Vorankündigung verlegt, Freunde und Familie hatten keinen Anhaltspunkt, wo er sich befinden könnte. "Seiner Frau ging es zu dieser Zeit psychisch nicht gut. Sie hatte sich sehr große Sorgen um ihren Mann gemacht, da er in einer schlechten Verfassung war", erklärt Otten. Zu dieser Zeit war es nur möglich, per Brief zu kommunizieren

Dieser Beleg wird in der Universität zukünftig in einer Sonderausstellung innerhalb der Dauerausstellung präsentiert werden. Außerdem soll ein Scan mit einem Begleittext auf der Homepage der Universität präsentiert werden. 

mehr Informationen