Die West-Berlin-Sammlung 1948-1950

Eine philatelistische Retrospektive


Auktionshaus Felzmann Berlin Sammlung 1945-1950 - 1 Mark Rotaufdruck

Berlin 2010 ist die aufstrebendste, trendigste Stadt Europas. Kunst, Kultur, Mode, Werbung, IT und eCommerce – jeder wird’s bestätigen. Und kein Kontrast könnte denkbar schärfer sein als Berlin 2010 gemessen an Berlin 1948: Vier-Sektoren-Stadt.  Selbstironisch „Reichstrümmerfeld“ genannt. Kurz darauf Symbol des Kalten Krieges der Siegermächte und der Trennung zwischen West und Ost. Einer der Schicksalsorte des 20. Jahrhundert. Schicksalhaft auch das Leben in dieser Stadt, das nach einem selbstverschuldeten Totalen Krieg und der völligen Niederlage für ihre Bewohner so unendlich schwierig zu ertragen war. Berlin-Blockade, Luftbrücke, Mauerbau, geteilte Metropole und Jahre – nein, Jahrzehnte – zwischen Trümmern sind das weltweit erinnerte Bild des Wiederaufbaus dieser Stadt. Zu ihrer Infrastruktur gehörte der Postverkehr, dessen Besonderheiten seit der Wiederinbetriebnahme im Sommer 1945 diese Sammlung gewidmet ist.

Vor allem unter den Schlagwörtern „Schwarzaufdruck“ (1948), „Rotaufdruck“ (1949) „Berliner Bauten“ (1949) sind die Freimarkenausgaben der Berlin-Philatelie allen deutschsprachigen Sammlern ein Begriff. Diesen ersten Briefmarken der Berliner Westsektoren – das „Markenland wider Willen“, wie es einst der bekannte Journalist Wolf J. Pelikan formulierte – galt das besondere Interesse des Sammlers, der seit 1978 in annähernd vierzig Jahren alles um diese Ausgaben für sein Archiv zu erwerben suchte. Ebenso enthusiastisch widmete er sich den 1949 erschienenen Sondermarken „75 Jahre Weltpostverein“, „Goethe“ und „Währungsgeschädigte“. Entstanden ist daraus eine der umfangreichsten Sammlungen West-Berliner Aufdruck-Ausgaben, die uns bekannt ist.

Meilensteine aus dieser philatelistischen Forschung sind: Raritäten und Besonderheiten aller Markenausgaben in großer Fülle, z.B. doppelte Aufdrucke, Teilzähnungen, mit und ohne Auf-druck, Papiervarianten, teilbedrucktes Markenbild, Ersttagsverwendungen. Seltene Einzel-, Mehrfach- oder Ausgaben-Mischfrankaturen, alle erdenklichen Portostufen, Post- und Paketdienste, Postschnelldienst, „W“-R-Zettel, Laufzeitkontrollbriefe, Anschriftenberichtigungs-
karte, Zweigpostamt-Auflieferungen, Postkrieg, Luftbrücke, Inland- und Auslandsluftpost, Übersee-Briefe, APO-Absender, Devisenluftpostbriefe, IAS-Luftpostbriefe, Ganzsachen (auch mit Zusatzfrankaturen in Ausgabenmischfrankatur), Ministerbelege, Währungsprovisorien, komplette Einlieferungsbücher.

Viele Objekte stammen aus bedeutenden internationalen Berlin-Exponaten, u.a. dem Archiv des verstorbenen BPP-Verbandsprüfers Alfred Lippschütz. Seit Jahr-
zehnten in fester Hand bietet deren Versteigerung am 22. Oktober 2010 im Rahmen der 131. Internationalen Felzmann-Auktion, Düsseldorf, allen Sammlern die großartige Möglichkeit zum Erwerb von zahlreichen Großraritäten und literatur-
bekannten Unikaten! Übrigens, eine Besichtigung dieser bedeutenden postgeschichtlichen Stücke ist nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Berlin anlässlich der Briefmarken-Messe am 9.-10. Oktober 2010 möglich.




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